Sonntag, 19. Januar 2014

Neulich im Gewerbe(gebiet)

Das horizontale Gewerbe ist allein deshalb ein Gewerbe, weil es überwiegend in Gewerbegebieten stattfindet. So lautet das vorläufige Fazit meiner Suche nach Tantramassagen hier in der Gegend.

Inspiriert von Tabsies und meinem ersten Tantra-Erlebnis bei "Samt wie Seide" in Berlin machte ich es zu meiner Aufgabe, Tantra-Angebote in unserer etwas näheren Nachbarschaft aufzutun. Eine Mammutaufgabe, wie sich herausstellen sollte.

Wie jeder Depp fing ich bei Google an zu suchen. Die Ergebnisse dort waren aufschlussreich, aber ich hatte das Gefühl, dass es noch nicht alles gewesen sein konnte. Über Tabsies Profil im Joy holte ich Infos über die dort registrierten Tantrastudios und -masseusen ein. Dann stieß auch noch auf www.sinnlichemassagen.org und www.massagen.org, die weitere Optionen offenbarten. Die Auswahl schien ins Unermessliche zu steigen, aber bei genauerem Hinsehen entpuppten sich viele Angebote als veraltet oder mehrfach eingetragen. Und vieles war einfach Schrott bzw. ging in Richtung Prostitution, worauf ich weniger Lust hatte. Wo die Grenze zwischen einer Tantramassage, einer erotischen Massage und eines simplen Sex-gegen-Geld-Erlebnisses liegen, ist eine eigene Diskussion wert, auf die ich an dieser Stelle verzichte. Ich suchte jedenfalls keine Hure.

Am Ende (mein Ehrgeiz kannte kein Pardon mehr) stieß ich dann auf die ultimative Wissensquelle für das rot-graue Gewerbe: www.lusthaus.cc. "Stiftung Hurentest", laut eigener Aussage. Ob sie auch schon einen Gerichtsprozess um künstliche Aromen verloren haben, stand nirgends geschrieben, aber sie behaupteten immerhin das "geile, lustige Hurentest-Forum ohne Zensur" zu sein, und das schon seit 1997. So sah das Website-Design auch aus.

Trotz der üblen Oberfläche und des fragwürdigen Mottos schloss ich die Seite schnell in mein Herz, denn in einem Punkt war sie wirklich gut: Es gab Testberichte über jede Dame in der Umgebung und darüber hinaus. Die Tester schrieben in überraschend gutem Hochdeutsch in teils verblüffenden Details, was sie wo mit wem wie und für wieviel erlebt hatten. Das war genau, was ich brauchte. Nebenbei lernte ich noch, dass Jenny aus Studio A in Gewerbegebiet 1 nun als Samantha in Studio B in Gewerbegebiet 2 arbeitete, weil sich rumgesprochen hatte, dass "die Jenny aus Studio 1 es echt nicht kann". Klatsch und Tratsch aus der Mitte der Gesellschaft bzw. vom Rande des Sperrbezirks.

Als Neuling war ich verblüfft, mit wie viel Hingabe im Forum recherchiert und ganz praktisch nachgeforscht wurde ("Ich war gestern gestern in der Baumstraße 14 und hab da zweimal geklingelt. Von Cyndie keine Spur."). Interessanterweise deckten sich die Testberichte über die Damen meistens mit den Eindrücken, die ich über Google & Co. gesammelt hatte. Es gab ein paar Meisterinnen und viel Durchschnitt. Immerhin half dieses Forum beim Sieben.

Den Rest von "Lusthaus", der sich mit allen anderen Bereichen des Gewerbes (übrigens weltweit!) beschäftigt, habe ich nur überflogen. Dort wird sehr aktiv und sicher spannend diskutiert, aber das ist nicht so meine Szene.

Leider wird der nächste Besuch im Tantrastudio dank des schon erwähnten Sperrbezirks ins Gewerbegebiet führen, statt in die Mitte der Stadt wie in Berlin. Neben der Metallverarbeitung zu klingeln, ist wenig sexy - aber was willste machen? Immerhin weiß ich nach einer Woche Recherche nicht nur, wo die Sperrbezirksgrenze verläuft, sondern auch, wo es die beste Tantramassage der Stadt gibt. Jetzt brauche ich nur noch einen Termin. Und wenn's tatsächlich so gut ist, gehe ich zusammen mit Tabsie nochmal hin.

1 Kommentar:

tabsie hat gesagt…

Toni, Du bist wirklich eine wahnsinns Suchmaschine, wenn Du Dir was in den Kopf setzt.
Spannend, was dabei rauskommt!