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Dienstag, 6. März 2012

Es geht nichts über das Original

Die Welt ist im Schlankheitswahn, trotz aller Appelle in den Kolumnen und trotz aller Beteuerungen der Modefirmen. Der Wahn geht so weit, dass sogar Frauen schlanker gemacht werden, die längst nicht mehr unter uns weilen. Frauen - was sag ich?! Venus!

Die italienische Künstlerin Anna Utopia Giordano* hat sich zuerst ein Wochenende lang Photoshop-Tutorials bei YouTube reingezogen und dann berühmte Venusabbildungen vorgeknöpft (mit Bildergalerie). Auf den Bildern sind die Damen nun alle schlanker und ranker als vorher - oder um es mit Spiegel Online zu sagen: Das Ergebnis ist mager.

Natürlich will uns die Künstlerin damit etwas sagen. Ich schätze, es ist Folgendes:

"Jetzt brauchen nur noch alle nackten Männer der Kunstgeschichte größere Penisse, dann ist die Welt ein besserer Ort."


* Es gelang der Redaktion leider nicht herauszufinden, ob es sich dabei um einen unglaublich coolen Künstlernamen handelt.

Sonntag, 27. November 2011

Tonis Lesetipps

Heute: Reise-Edition

Ich fahre gern Bahn, wenn ich reisen muss. Und ich fahre Bahn, wie ich Sex habe: schnell und ruhig. Das ICE-Ruheabteil ist also das Fortbewegungsmittel meiner Wahl, auch wenn die Bezeichnung meist eine leere Hülle bleibt. Kinder, Handys, Kegelvereine... man braucht schon Glück, um dort ungestört an Pornografie denken zu können. Auf der letzten Fahrt war mir das Glück doppelt hold, denn ich hatte Pornos und Tabsie dabei.

Unter den neugierigen Augen unserer Mitfahrer lasen wir in der 3. Ausgabe des TicKL Magazine (das eine eigene Besprechung Wert wäre) sowie in Ausgabe 7 des Jungsheftes und Ausgabe 1 des Giddyheftes. Die beiden letztgenannten werden von Nicole und Elke aus Köln im Eigenverlag herausgegeben und entstanden in einer Bierlaune, die zu der Erkenntnis führte, dass es viele schlechte Pornos auf der Welt gibt. Nicole und Elke sind mit diesem Wissen sicherlich nicht allein, aber die beiden hatten die Eier, ihr "Jungsheft" auf die Beine zustellen, in dem sie normale, süße Jungs so abbilden, wie sie es mögen. Ohne Photoshop entstand so ein schnuckeliges Bilderbuch für die Handtasche der anspruchsvollen Dame. Das "Giddyheft" ist das Pendant für Männer, die es gern Kunst nennen, wenn sie sich nackte Studentinnen angucken wollen (unter anderem fotografiert von "Bedways"-Regisseur RP Kahl). Es gibt auch ein paar sehr feine Alibitexte.

Tabeas erste Reaktion war: "Man merkt, dass zwei Frauen dahinter stecken." Stimmt, die Hefte blättern sich angenehmst durch, sind leicht zu verdauen und machen gute Laune. Kann man im Ruheabteil mehr erwarten? Und dank ihrer kleinen Abmessungen lassen sie sich auch unauffällig lesen - wobei das im Zug gar nicht nötig zu sein scheint. Ich sehe dort jedenfalls oft genug ältere Herren ungeniert vor Kamasutra-Büchern sitzen.

Ich fahre gern Bahn.