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Sonntag, 18. September 2011

Die Lücke im System

Bald läuft der Vertrag aus, den Tabea und ich geschlossen haben, um unsere Beziehung auf eine ordentliche und dokumentierte Basis zu stellen. Die Details dieses Schriftstückes sollen an dieser Stelle keine Rolle spielen, entscheidend ist jedoch, dass die Vertragsdauer immer auf ein Jahr beschränkt ist. Danach müssen wir den Vertrag verlängern - vorausgesetzt, wir beide wollen das überhaupt. Bisher haben wir zweimal erfolgreich verlängert und damit gleichzeitig unsere Beziehung bestätigt. Der Vertrag ist schließlich Ausdruck unseres Willens, den jeweils anderen weiterhin grandios zu lieben. Darunter machen wir es nicht mehr.

Nun wird jeder Jurist (Hellvis?) bestätigen, dass man Verträge nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Und so haben wir uns jedes Jahr exakt am letzten Geltungstag unseres Vertrages zusammengesetzt und über eine Verlängerung verhandelt. Dieses Jahr jedoch wird es so eine Punktlandung nicht geben, da wir am letzten Tag an zwei verschiedenen Orten sein werden. Erst zwei Tage später können wir uns in die Augen sehen und sagen: "Ja, ich möchte noch ein Jahr dranhängen. Aber lass uns §6b überdenken.". Oder: "Verpiss dich, Alte(r)!" Je nachdem.

Ihr seht schon das Problem: Was gilt für die zwei Tage zwischen dem alten und dem neuen Vertrag?

Das wäre nicht nur eine rechtliche, sondern vor allem eine beziehungsmäßige Grauzone. Wir wären nicht mehr unseren Abmachungen verpflichtet, könnten tun und lassen, was wir wollen. Offiziell wäre die Beziehung ausgelaufen. Wir wären Freiwild. Sodom und Gomorra wegen einer Formalie.

Tabea und ich arbeiten nun fieberhaft an einer Übergangslösung. Wir brauchen einen Wisch, der für diese zwei Tage regelt, was zu regeln ist - notfalls reicht eventuell ein Handschlag. Ernst nehmen müssen wir die Angelegenheit, denn es geht hier um einen verdammt wichtigen Vertrag, mit dem wir drei Jahre echt gut gefahren sind. Sowas will professionell überbrückt werden, da kann man nicht mal eben sagen "Ja ja, in den zwei Tagen wird schon nichts passieren...".

48 Stunden gilt es also kreativ zu füllen. Mir schwebt schon etwas vor, aber ich lasse mich auch gerne inspirieren. Gibt es Vorschläge? Wie könnten wir zwei Tage zwischen zwei Beziehungsetappen sinnvoll* füllen? Habt ihr juristisch wasserdichte Ideen?



* Vorschläge wie "Ey, schick deine Alte für zwei Tage zu mir!" sind nur sinnvoll, wenn du ihr mindestens einen Kuchen backst.