Sonntag, 12. Juni 2011

יש מכסה של סיר כל

Meine Freundin Michaela hat mir heute erzählt, dass sie nun mit dem Onlinedating angefangen hat - aus Spaß, versteht sich. Statt die bekannten deutschsprachigen Portale zu wählen, hat Michaela sich lieber auf den internationalen Markt und auf einige Nischenseiten gestürzt. Da sie wohlhabenden Männern nicht abgeneigt ist, dürften ihre Interessenten kein Problem damit haben, für ein Date mit ihr mal eben einzufliegen.

Noch einen Schritt weiter gegangen ist sie bei der Auswahl ihrer aktuellen Nische: Sie datet nun über JDate.com, dem "führenden Netzwerk für jüdische Singles".

Für sie ist das eine Nische, weil sie bisher mit dem Judentum nichts am Hut hatte. Nun hat sie sich aber entschlossen, ihrem großen Idol Charlotte aus Sex and the City nachzueifern. Wir erinnern uns: Charlotte, christlich getaufte Mittdreißigerin, verliebt sich in den jüdischen Anwalt Harry und konvertiert für ihn, inkl. Aufgabe von Weihnachten und Schweinefleisch. Etwas ähnliches schwebt Michaela nun vor, wobei die Sache mit dem koscheren Essen noch verhandelt werden müsste. Ihr Profil sagt dazu bisher nur "Frag mich!" - genau wie bei der Angabe, wie oft sie in die Synagoge geht. Aber offiziell zieht sie eine Konvertierung in Betracht, wenn der jüdische Ehemann in spe dafür ganz toll ist und ihr viele Kinder macht.

Michaela hat eine jüdische Freundin, von deren Familie sie ein wenig Einblick in die jüdische Kultur und Lebensweise bekommen hat. Viele Aspekte dieses Lebens und dieses Menschenkreises scheinen ihr sehr gut zu gefallen, nicht zuletzt das Erscheinungsbild vieler jüdischer Männer. Sie hofft auf lockige Brusthaare, auf ihren ersten Sex mit einem beschnittenen Penis und auf einen Alterswohnsitz in Florida. Bei Charlotte hat es ja auch geklappt.

Das erste Date ist in zwei Wochen. Er wird natürlich einfliegen.



PS: Ich habe keine Ahnung, ob die hebräische Überschrift Sinn ergibt. Falls nicht, ist der Google-Übersetzer Schuld.

Kommentare:

ElbKind hat gesagt…

kochen die Juden mit Deckel?

Toni Toronto hat gesagt…

Ich halte die jüdische Kochkultur für so abwechslungsreich wie die nichtjüdische. ;)

Anonym hat gesagt…

Nur wegen des Partners konvertieren? Da dürften doch Menschen, die ihren Glauben ernst nehmen, davon ziemlich angepisst sein.

Hellvis hat gesagt…

Mazel tov :-)

tabsie hat gesagt…

ראש סטירה

Lucy Lime hat gesagt…

Also für Mr."soooo-süß-ich-könnt-ihn-vom-Fleck-weg-knutschen-und-die-ganze-Nacht-vögeln-bis-wir-beide-nicht-mehr-können-Fujiwara werde ich zur Not auch...ähm...was immer er ist.

Meinetwegen auch Jude.

Aber da brauch ich jetzt doch mal ´ne Sachanalyse und Aufklärung, wer hier die Bildungslücke hat: Mir hat nämlich mal jemand beigebracht, man könne gar nicht zum Judentum konvertieren.

Demzufolge dachte ich: Jude ist man von Geburt an - oder gar nicht. Deswegen besäßen die auch keinerlei Missionierungsabsichten...

Toni Toronto hat gesagt…

Man kann durchaus zum Judentum konvertieren. Ich schätze, dafür brauchst du mindestens einen Rabbi, der nicht ultra-orthodox ist.

Die fehlenden Missionierungsabsichten haben (mindestens) einen anderen Grund: Wer nicht an Jesus glaubt, wird auch seinen Missionsbefehl nicht ausführen.

tabsie hat gesagt…

...ich glaub, ich bin im falschen Blog: Jetzt lasst den lieben Jesus mal aus dem Spiel.

Back to topic! *missionarstellung*

Lucy Lime hat gesagt…

Ja, Mensch, aber was kann ich denn dafür, dass meine Religionslehrerin in der 8 Klasse mir Murks beigebracht hat - und ich bislang keinen Bedarf nach entsprechender Aufklärung gespürt hab, von dem Konvertitenkrams dann aber verwirrt werde?

Da lob ich mir doch einen Toni, der alles aufklären kann (danke, Schatz *bussi*)