Samstag, 14. März 2009

Ohne rosarote Brille

Warum zum Teufel frage ich mich so oft, wenn ich nicht mehr in einen Mann verliebt bin, weshalb ich eigentlich überhaupt jemals in ihn verliebt war? Geht es nur mir so? Sind es die Unmengen von Endorphinen, die beim Ficken ausgeschüttet werden und mich in einen Verliebtheitszustand beamen? Nun, ich bin auf jeden Fall von Marcel liebestechnisch "geheilt". Vielleicht, weil Patrick noch besser vögelt. Vielleicht, weil ich im Moment sowieso keine Zeit für eine Beziehung hätte, ich komme tagelang nicht mal zum Essen. Vielleicht auch einfach, weil ich mit Marcel außerhalb des Bettes (außer wir treiben es unter der Dusche oder auf der Couch) nichts anzufangen weiß. Also, eigentlich langweilt er mich total, wenn wir nicht gerade ficken. Das war ja früher schon ähnlich, aber die Endorphine waren stärker...oder die rosarote Brille. Egal, ich habe bekommen, was ich wollte. Ein paar sehr gute Orgasmen und mal etwas Abwechslung was den Sex mit Marcel angeht. Der war zwar schon immer wirklich sehr gut, aber nicht sehr fantasievoll. Deshalb habe ich auf Marcels viele SMSen wenig, dafür aussagekräftig zurück geschrieben. Ich habe ihm ganz klar gesagt, was ich will und wie ich es will. Dass er mich ordentlich von hinten durchvögeln soll, hart und tief, gerne auch in den Arsch. Dass er mich beißen soll und dass er auf meine Pussy schlagen soll. Im Gegenzug bekam er mich nicht nur wie immer in schöner Unterwäsche, sondern noch dekoriert mit heißen Strapsen und High Heels. Und siehe da, er hat genau das getan, was ich wollte und dabei auch nicht seine zärtliche Seite vergessen. Perfekt. Außerdem hat es ihm sichtlich viel Spaß bereitet, mich in den Arsch zu vögeln. Wir hatten das bisher nur einmal getan und mir schien damals, dass er nicht so darauf abfährt. Diesen Eindruck habe ich seit gestern nicht mehr, denn seit heute tut mein Arsch weh. Wir haben es ziemlich heftig getrieben, gestern Abend, heute Nacht, heute Morgen. Aber wie gesagt, außer Ficken kann ich ja mit Marcel nicht mehr wirklich was anfangen. Was ich aber überhaupt nicht schlimm finde, denn ich sehne mich zum ersten Mal nicht nach ihm, kaum dass er weg ist. Ich habe ihm zum ersten Mal nicht geschrieben, wie schön es mit ihm war, ihm zum ersten Mal nicht gesagt, dass ich ihn vermisst habe. Diese Dinge sind mir kein Bedürfnis mehr und das fühlt sich einfach sehr einfach an. Cool. Und das, obwohl Marcel für mich nach wie vor der schönste Mann ist, mit dem ich je Sex hatte. Als er sich heute Morgen angezogen hat, bewunderte ich einmal mehr seinen perfekten Körper. Vielleicht kennt ihr die Szene in "Australia", in welcher Hugh Jackman Nicole Kidman auf die Farm ihres Mannes bringt und sich im Zwischenlager seinen Oberkörper wäscht. Genauso einen Körper hat Marcel. Muskulös, ohne protzig zu wirken, schlank, ohne dünn zu erscheinen. Und das Geilste ist, dass er noch so einen schönen Kopf obendrauf hat. Mit diesen umwerfenden Lippen und Augen. In solchen Momenten weiß ich dann sehr viel mit Marcel anzufangen. Oder anders gesagt: meine Möse weiß mit ihm sehr viel anzufangen.

Kommentare:

Toni Toronto hat gesagt…

Um deine Fragen vom Anfang zu beantworten: Ja, wahrscheinlich liegt es an dieser ominösen Brille. Die bösen Endorphine machen dich anfangs total oberflächlich, so dass eine spätere Enttäuschung fast vorprogrammiert ist, wenn die endorphinale Wirkung nachlässt und du wieder anfängst zu denken.

Grüß deine M. von mir. :-)

Nyx hat gesagt…

Ja, das Kuschelhormon ist garantiert schuld dran - Oxytocin. Lässt in der Tierwelt proskuitive Wesen monogam werden und schließlich ist der Mensch auch nur ein Tier ;-)
Und wenn er dann auch noch so ein Prachtexemplar von einem Mann ist, dann reicht diese Kombination manchmal schon aus um Mutter Naturs Trickkiste zu aktivieren. Hab' ich auch schon erlebt.

twofaces hat gesagt…

Böse Hormone!

Aber in der Tat hat Nyx da Recht ... bis zum Erwachen ;-)

xesop hat gesagt…

"Es gibt so viele verschiedene Küsse, wie es Menschen auf der Erde gibt. Keine zwei Menschen küssen gleich - auch keine zwei vögeln gleich -, aber irgendwie ist der Kuß etwas Persönlicheres, Individuelleres als ein Fick."

aus Diane di Prima, Nächte in New York (Memoirs of a Beatnik), 1969.

http://artefakte.twoday.net/stories/5661104/