Dienstag, 7. Juli 2009

Die Lust oder der Frust, sich zu unterwerfen?

Hat hier jemand Erfahrung mit dom/dev-Spielen? Bibi hat sowas eine Zeit lang ausprobiert, hat dann aber am Ende vor ihrer unbezwingbaren Lust kapituliert. Gibt es noch mehr Erfahrungswerte?
Zu diesem Thema hatte ich im Joyclub einen sehr interessanten Austausch mit einer ca. 40jährigen, die gar nichts davon hielt, sich zu unterwerfen. Ihre These war, dass viele Frauen ab Ende 30 eine devote und/oder masochistische Ader vortäuschen, die sie gar nicht besitzen, um sich für Männer interessanter zu machen. Sie glauben, dass ein Mann sie eher attraktiv findet, wenn er weiß, dass er das Sagen hat und er sie auch noch ein bisschen schlagen darf. Diese Frauen nehmen das in Kauf, weil sie merken, dass sie nicht mehr die Jüngsten sind, und annehmen, dass ihre körperliche Anziehungskraft zurückgeht. Torschlusspanik nennt man sowas wohl.

So traurig diese Theorie ist, so plausibel klingt sie auch. Wie seht ihr das?

Kommentare:

Schlapphut hat gesagt…

Zwei Dinge:
Die Affäre hatte mir mal erzählt, dass sie mal Spielchen mit Handschellen und Peitsche hatte. Das ganze muss sie so bewegt haben, dass sie mir nicht davon erzählen wollte. Obwohl sie mir sonst so ziemlich alles erzählt. Mein Eindruck war, das war ein sexuelles Abenteuer und wahrscheinlich auch Highlight.

Ansonsten spiele ich auch gern den Dominanten (ohne schmerzhaft zu werden). Frauen ficken ja viel mit dem Kopf. Allein der Umstand, dass ich die Neue beim Sex mal kräftig an den Handgelenken packte und diese auf die Matratze drückte, machte sie schon orgasmusbereit. Es geht also auch um die Körpersprache, nicht nur um die tatsächlichen schmerzhaften Handlungen.

erdbeertal hat gesagt…

Das Spiel mit der Unterwerfung ist ja genau meins.
Bei mir sind es mehrere Faktoren.
1. Ich kann die Verantwortung ab geben. Kann einfach pur geniesen.
2. Es macht mich unendlich an, wenn ich spüre das der Mann seine Lust an mir befriedigt. Was aber nur funktioniert wenn er kein schnell Spritzer ist.
3. Ab und an wehre ich mich ja auch mal ganz gerne und dann liebe ich es wenn ich in meine Schranken gewiesen werde. Ich kann also auch nichts mit einem Bettgefährten anfangen der schwächer ist als ich.

Im Alltag reicht bei mir schon ein fester Griff in meinen Nacken um mich geil zu machen.

Auch liebe ich es verschnürrt zu werden und dann gefickt zu werden. Dabei ist es geil einfach wehrlos zu sein.

Was ich aber definitiv nur bedingt bin ist masochstisch. Mal ein Schlag mit der Hand ja, aber bitte keine Schmerz bringenden Hilfsmittel.

Ich kann mit Kuschelsex auf alle Fälle nichts anfangen und die dominante Seite liegt mir auch nicht.
Die Neigung hat mir aber auch schon einge Erfahrungen gebracht, die ich ohne nie gemacht hätte. Dazu ist aber zu sagen, das ich meinem Mann aber auch vollkommen vertrauen kann, das er mich bei (unerwarteten) Neuem immer genau beobachtet. Ich kann im allgemeinen nur devot sein wenn ich vollkommen Vertrauen kann.

Toni Toronto hat gesagt…

Hey, Erdbeertal: Danke für deinen Kommentar, der uns ein paar interessante Einblicke beschert hat. Jetzt möchte ich natürlich noch wissen, in welche Altersklasse du fällst (35+ oder darunter?) und seit wann du deine devote Seite auslebst. :-)

twofaces hat gesagt…

Ich denke daß es vielleicht für die ein oder andere Frau (die in Torschlußpanik agiert) zutreffen könnte aber ich denke auch, daß der Großteil es aus freien Stücken tut.
Und ich stimme Erdbeertal zu.

erdbeertal hat gesagt…

Ich bin 28 Jahre alt.
Und so richtig bewust bin ich meiner devoten Seite so seit ca. 2 Jahren. Und ich habe viel ausprobiert um meine Grenzen zu finden.
Aber schon vor dem bewusten devot sein, konnte ich Kuschelsex nichts abgewinnen.

Bibi Blog hat gesagt…

Ich denke, die Theorie könnte zutreffen. Eine sehr aktive Domina hat mir mal erzählt, dass es in den S/M Kreisen auch sehr viele Übergewichtige gibt, fällt dann wohl auch in die Katogerie "Hauptsache gefallen" und einen abkriegen. Im Übrigen halte ich dieses ganze "Zeugs" für eine Modeerscheinung und Neigung der Menschen, alles in bestimmte Kategorien zu pressen und für alles einen Namen zu haben sowie sich einer bestimmten Gruppe von Menschen zugehörig zu fühlen. Ich für meinen Teil bin vielschichtig...Dominant, devot, kuschlig, wild und kann deswegen sehr vielem Lust abgewinnen. Ach ja, wer einen Namen dafür will: Switcher ;-))
Für mich ist das wie mit der Bisexualität. Vor 10 Jahren sprach man kaum darüber, heute scheinen alle bi zu sein. Ist halt trendy...