Posts mit dem Label Falten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Falten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 15. Februar 2013

Gastbeitrag: Die Hoppenstedts im SPA

Ein Gastbeitrag von Minna Millennium.

Kennt Ihr das?

Diesen simplen Wunsch der einen dann und wann überkommt, einfach mal wieder etwas für sich zu tun? Sich Zeit zu nehmen, an sich selbst zu denken, die Anspannungen des Alltags abfallen zu lassen und die innere Balance wiederzufinden. Etwas zu tun, das der Seele schmeichelt.
Am Ende lockt sogar die Aussicht auf sichtbare Minderung von Falten und Fältchen, gleichmäßiger Teint, Verfeinerung der Poren, Zunahme des Lippenvolumens (oben/unten), Gewichtsabnahme, straffere Haut und vitaleres Aussehen. Wenn das kein Ansporn ist!

Kurzentschlossen schnappte ich mir Jasper – ihm würde so eine SPA-Behandlung auch guttun – und fuhr mit ihm eines Samstags im Februar in einen 5-Sterne-Premium Wellnesstempel. Nee, Quatsch. Späßle gemacht. Wir fuhren in einen Swingerclub. Aber im Endeffekt kommt’s aufs Gleiche raus. Auch finanziell gesehen.

An besagtem Samstagabend im Februar war es jedenfalls lausig kalt. Minus 12 Grad zeigte das Thermometer. Uns war es egal, denn wir hatten uns in sexy Thermoboots und Daunenjacken gewandet. Und jetzt standen wir in einer langen Warteschlange vor dem Club. Die Mitwartenden waren überraschender Weise auch total unspektakulär angezogen und nicht etwa in halbseidene Fummel gekleidet, wie ich zuvor spekuliert hatte. Überhaupt sahen sie ziemlich normal und unauffällig aus. Ich war schon fast ein bisschen enttäuscht. Die Stimmung in der Warteschlange war folglich locker, flockig, unverkrampft. Beinahe familiär. Kein Wunder, zeigen doch jüngste Studien, dass Menschen, die ihr sexuelles Coming-out haben, deutlich stressfreier, entspannter und sogar gesünder durchs Leben gehen. Das weiß sogar Toni.

Nachdem wir als nicht vorangemeldete Gäste noch so gerade eben Zutritt ins Innere des Clubs gewährt bekamen, war erst mal „Umziehen“ angesagt. Flugs wurden die Kamikboots gegen High Heels getauscht und die halbseidenen Fummel aus dem Täschchen gezaubert. Jasper bestach durch sein nachtschwarzes „GIRL GIRLS GIRLS“-Shirt und sein gewinnendes Lächeln. Ich trug ein kurzes, schwarzes Kleid und zog darunter blank, was man freilich nicht sah, mich aber in eine leicht erregte Grundstimmung versetzte.

Die obere Etage des Clubs ist DER Bereich. DER halt! Ihr wisst schon. Der mit vielen Zimmern und Spielwiesen, schummrigen Licht und bemerkenswerten Geräuschen. Es war gefühlte 40 Grad heiss. In Anbetracht der winterlichen Außentemperaturen hatte sich die Clubleitung wohl dazu entschlossen, alle Heizungen bis zum Anschlag aufzudrehen. Hie und da vernahm man lustvolle Seufzer und begeistertes Stöhnen. Schuhe lagen kreuz und quer vor den Zimmern. Eigentlich ganz gemütlich.

Plötzlich wurden Jasper und ich vollkommen unerwartet angesprochen: „Mensch! Wir kennen Euch. Ihr seid doch…“ Im Gegensatz zu dem vor uns stehenden Pärchen hatten weder Jasper noch ich einen Schimmer, wer uns da gegenüber stand. Und dann kam der Moment, in dem es sich rächt, wenn man sich im Internet einen zu dämlichen Nicknamen verpasst. Bei dem Paar gegenüber fiel nämlich mittlerweile der Groschen: „Die Hoppenstedts!“ Und so machten wir also die Bekanntschaft von Ulli und Meike, die wir bislang nur von Nacktfotos aus dem Internet her kannten.

Was dann folgte, war die wundersame Annäherung von vier Menschen, die sich gut finden und das Gleiche wollen. Zumindest so in etwa. Und soweit man das überhaupt nach so kurzer Zeit beurteilen kann. Jedenfalls dauerte es nicht lange, da knutschte Jasper mit Meike, ich mit Ulli. Und mit Meike. Am Ende der Nacht landeten wir auf einer Matratze und vergnügten uns. Vor allem aber amüsierten wir uns.

Jasper hat übrigens seine Unterbuxe verloren und ich garantiert ein paar Falten.

Sonntag, 15. April 2012

Schnupperkurse als Geschäftsmodell

Stell dir das vor: Du schläfst mindestens drei Nächte hintereinander in einem weißen Baumwollhemd, das du anschließend in eine durchsichtige Tüte packst, um seinen - oder besser: deinen -  Geruch zu konservieren. Am Samstag nimmst du es dann zu dieser Party mit, wo deine Tüte eine Nummer und eine blaue oder pinke Markierung bekommt. Dann holst du dir einen Cocktail, machst Smalltalk mit den anderen Partygästen und hoffst den Rest des Abends darauf, dass ein anderer Gast irgendwann deine Nummer hochhält, weil er/sie den Geruch deines verschwitzten Hemdes toll fand. Ihr könnt euch riechen, also seid ihr füreinander gemacht - das ist das Prinzip der Pheromon-Partys. Klingt logisch, oder?

Dafür zahlst du dem Veranstalter vorab 30 Dollar, schließlich bietet er den Rahmen und die Begründung für dieses Spektakel: Jeder Mensch mischt sich seinen eigenen Geruchscocktail aus Pheromonen zusammen, um Partner anzulocken. Es läuft bei Seidenspinnern, Borkenkäfern, Honigbienen und Katzen genauso, das sollte doch genug Anreiz sein, um seine Nase in die Schweißhemden fremder Leute zu stecken. Die Natur lügt nicht, und warum sollte man wissenschaftliche Erkenntnisse nicht für die Partnervermittlung nutzen? Der Schwerkraft können wir uns ja auch nicht entziehen*!

Und sowieso! Omma und Oppa wussten es schon immer: Man muss sich riechen können. Dafür zahlt man doch gern.

Also fast. Eigentlich nicht gern. Sogar höchst ungern.

Der persönlicher Körpergeruch hat nämlich vor allem mit den Bakterien auf und in dir zu tun und nicht mit deinen Pheromonen. Ja, der Geruch spielt eine große Rolle für die Anziehungskraft, aber das auf Pheromone zurückzuführen ist genauso wissenschaftlich wie die Penisverlängerung oder die Brustvergrößerung per Vitaminpille. Oder das Entschlackungsfußbad. Oder Nahrungsergänzungsmittel gegen Krebs und Falten. Das sind Dinge aus der Kategorie Bullshit, die einige clevere Leute nutzen, um aus Scheiße Geld zu machen. Möchten wir diesen Leuten unser Partnerglück anvertrauen?

Alternative: Lauf mit offener Nase durchs Leben und beschnupper jeden, der es wert ist! Irgendwann riecht es so gut, dass du stehen bleibst und tief Luft holst - für den ersten Kuss. 

Bis dahin das Duschen nicht vergessen!

Ach, und kriegt man wenigstens das T-Shirt am Ende der Pheromon-Party wieder?




* Wie man auf unzähligen Singlepartys sehen kann.

Mittwoch, 30. März 2011

Übergang

Es geht los: Die ersten kleinen Fältchen auf meiner Stirn und um meine Augen sind da. Also Schluss mit dem Kinderkram?