Stell dir das vor: Du schläfst mindestens drei Nächte hintereinander in einem weißen Baumwollhemd, das du anschließend in eine durchsichtige Tüte packst, um seinen - oder besser: deinen - Geruch zu konservieren. Am Samstag nimmst du es dann zu dieser Party mit, wo deine Tüte eine Nummer und eine blaue oder pinke Markierung bekommt. Dann holst du dir einen Cocktail, machst Smalltalk mit den anderen Partygästen und hoffst den Rest des Abends darauf, dass ein anderer Gast irgendwann deine Nummer hochhält, weil er/sie den Geruch deines verschwitzten Hemdes toll fand. Ihr könnt euch riechen, also seid ihr füreinander gemacht - das ist das Prinzip der Pheromon-Partys. Klingt logisch, oder?
Dafür zahlst du dem Veranstalter vorab 30 Dollar, schließlich bietet er den Rahmen und die Begründung für dieses Spektakel: Jeder Mensch mischt sich seinen eigenen Geruchscocktail aus Pheromonen zusammen, um Partner anzulocken. Es läuft bei Seidenspinnern, Borkenkäfern, Honigbienen und Katzen genauso, das sollte doch genug Anreiz sein, um seine Nase in die Schweißhemden fremder Leute zu stecken. Die Natur lügt nicht, und warum sollte man wissenschaftliche Erkenntnisse nicht für die Partnervermittlung nutzen? Der Schwerkraft können wir uns ja auch nicht entziehen*!
Und sowieso! Omma und Oppa wussten es schon immer: Man muss sich riechen können. Dafür zahlt man doch gern.
Also fast. Eigentlich nicht gern. Sogar höchst ungern.
Der persönlicher Körpergeruch hat nämlich vor allem mit den Bakterien auf und in dir zu tun und nicht mit deinen Pheromonen. Ja, der Geruch spielt eine große Rolle für die Anziehungskraft, aber das auf Pheromone zurückzuführen ist genauso wissenschaftlich wie die Penisverlängerung oder die Brustvergrößerung per Vitaminpille. Oder das Entschlackungsfußbad. Oder Nahrungsergänzungsmittel gegen Krebs und Falten. Das sind Dinge aus der Kategorie Bullshit, die einige clevere Leute nutzen, um aus Scheiße Geld zu machen. Möchten wir diesen Leuten unser Partnerglück anvertrauen?
Alternative: Lauf mit offener Nase durchs Leben und beschnupper jeden, der es wert ist! Irgendwann riecht es so gut, dass du stehen bleibst und tief Luft holst - für den ersten Kuss.
Bis dahin das Duschen nicht vergessen!
Ach, und kriegt man wenigstens das T-Shirt am Ende der Pheromon-Party wieder?
* Wie man auf unzähligen Singlepartys sehen kann.
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Sonntag, 15. April 2012
Schnupperkurse als Geschäftsmodell
Veröffentlicht von
Toni Toronto
um
18:47
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Freitag, 13. Mai 2011
Wenn Soldaten zu viel Freizeit haben
Nichts ist lustiger als eine lustige Studie! Mit einem lustigen Ergebnis! Oder notfalls auch ohne.
Heute: eine Studie aus den USA (zusammen mit GB Heimat fast aller lustigen Studien) an jungen Frauen (Objekte fast aller lustigen Studien) über deren Sex (lustig!), durchgeführt von Wissenschaftlern der United States Military Academy und der University of Colorado. Warum gerade das Militär am Sexualverhalten junger Frauen interessiert ist, bleibt offen - aber das soll nicht weiter stören. Wichtig ist das Ergebnis:
Dumm fickt gut. Weil viel.
Oder, etwas wissenschaftlicher formuliert: Junge Frauen mit niedrigem Bildungsstand haben mehr Sexpartner als solche mit hohem Bildungsstand. Was wir früher gelernt haben, stimmt also doch. Jedenfalls in den USA. Bei Frauen zwischen 22 und 24. Wenn sie von Soldaten interviewt werden.
Ein bisschen schade ist, dass die Studienmacher selbst zugeben, dass sie die Ergebnisse nicht erklären können. Das heißt unter anderem, dass nicht die eine Tatsache als Begründung für die andere Tatsache herangezogen werden. Die Küken haben also nicht mehr Sex, WEIL sie die High School nicht geschafft haben, bzw. weniger, WEIL sie aufs College durften. Diese zwei Dinge treten bloß häufig zusammen auf. Warum, weiß niemand. Außer vielleicht die Küken selbst, aber danach hat sie keiner gefragt.
Was also sollen wir nun glauben? Und auf welche Schule schicke ich meine Kinder?
Die nächste Studie wird mir bestimmt weiterhelfen.
Heute: eine Studie aus den USA (zusammen mit GB Heimat fast aller lustigen Studien) an jungen Frauen (Objekte fast aller lustigen Studien) über deren Sex (lustig!), durchgeführt von Wissenschaftlern der United States Military Academy und der University of Colorado. Warum gerade das Militär am Sexualverhalten junger Frauen interessiert ist, bleibt offen - aber das soll nicht weiter stören. Wichtig ist das Ergebnis:
Dumm fickt gut. Weil viel.
Oder, etwas wissenschaftlicher formuliert: Junge Frauen mit niedrigem Bildungsstand haben mehr Sexpartner als solche mit hohem Bildungsstand. Was wir früher gelernt haben, stimmt also doch. Jedenfalls in den USA. Bei Frauen zwischen 22 und 24. Wenn sie von Soldaten interviewt werden.
Ein bisschen schade ist, dass die Studienmacher selbst zugeben, dass sie die Ergebnisse nicht erklären können. Das heißt unter anderem, dass nicht die eine Tatsache als Begründung für die andere Tatsache herangezogen werden. Die Küken haben also nicht mehr Sex, WEIL sie die High School nicht geschafft haben, bzw. weniger, WEIL sie aufs College durften. Diese zwei Dinge treten bloß häufig zusammen auf. Warum, weiß niemand. Außer vielleicht die Küken selbst, aber danach hat sie keiner gefragt.
Was also sollen wir nun glauben? Und auf welche Schule schicke ich meine Kinder?
Die nächste Studie wird mir bestimmt weiterhelfen.
Veröffentlicht von
Toni Toronto
um
20:05
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